Liebe Kolpinggeschwister,
nachdem Jesus seinen Jüngern erklärt hat, dass er in Jerusalem vieles erleiden,
getötet und am dritten Tag auferweckt werde, legt Petrus, der Fels der Kirche,
Protest ein: „Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen!“ Deshalb
distanziert sich Jesus von Petrus: „Tritt hinter mich, du Satan! Ein Ärgernis bist du
mir, denn du hast nicht im Sinn, was Gott will, sondern was die Menschen wollen.“
(Vgl. Mt 16,21-23)
Ich kann Petrus gut verstehen. Jesu Tod am Kreuz: Ist da nicht wieder einmal ein
Gerechter gescheitert wie so viele Gerechte vor und nach ihm? So empfanden das
Jesu Freundinnen und Freunde in seiner Todesstunde!
„Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; wir schätzten ihn
nicht“, hören wir am Karfreitag in der ersten Lesung aus dem Alten Testament. (Jes
53,3)
„Aber“, so fährt die Lesung fort, „er hat unsere Krankheit getragen und unsere
Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm
getroffen und gebeugt. Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Vergehen, wegen
unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Züchtigung auf ihm, durch seine
Wunden sind wir geheilt.“ (Jes 53,4.5)
Mit Jesu Tod am Kreuz ist es anders als mit anderen Gerechten, die gescheitert
sind. Gott hat ihn von den Toten auferweckt. Jesus ist auferstanden von den Toten,
er lebt. Als Beweis seiner Auferstehung ist er seinen Freundinnen und Freunden
erschienen.
Jesu Tod war nicht vergeblich. Jesus hat durch seinen Tod den Tod besiegt. Durch
seine Wunden sind wir geheilt. Sünde, Leid und Tod haben nicht mehr das letzte
Wort über uns Menschen. Denn durch Taufe und Firmung hat Jesus uns in seine
Auferstehung mitgenommen. Das neue, ewige Leben hat für uns schon in Taufe und
Firmung begonnen, wenn uns auch die Mühsal unseres irdischen Lebens nicht
erspart bleibt. Und mit dem Apostel Paulus dürfen wir für unseren Tod erhoffen:
„Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben
werden.“ (Röm 6,8)
Feiern wir am Osterfest wieder das Leben: Den Ostersieg Christi am Kreuz für uns
Menschen. Lassen wir uns wieder neu darin bestärken, uns mit Wort und Tat im
Sinne Adolph Kolpings in Kirche und Welt für Gott, für die Menschen und für Gottes
Schöpfung einzusetzen.
In diesem Sinne frohe und gesegnete Ostern!
Treu Kolping!
Euer Präses Thomas

